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An Dich
1998

An Dich,

Ein kalter Schauer läuft mir den Rücken runter wie ich mich vor dieses noch leere Blatt Papier setze.

Von allem was passiert ist war nichts geplant. Ich habe in keiner Weise darauf hingearbeitet. Wie ein Blitz den Himmel spaltet so ist es passiert. Ohne Vorankündigung, schnell, laut, explosionsartig, und kraftvoll, eben blitzartig. Wie die Nacht den Tag überkommt so ist es geschehen. Unaufhaltsam, unstopbar, geheimnisvoll.

Ich fühle mich wie ein Blatt - getrieben von anderen Kräften, vielleicht von Deinen Kräften. Wie das Blatt, so weiß ich nicht wo ich landen werde. Ich fühle mich wie ein einfacher Baum am Berg. Machtlos zusehend wie jeden Tag die aufgehende Sonne meine Äste hebt und die sinkende Sonne meine Äste senkt. Vielleicht bist Du die Sonne. Wie der Baum, so werde ich widerstandskräftig sein. Nacht und Kälte werde ich überdauern.

Ich habe das Unbekannte aber Begehrte verloren. Egal wie groß der gestrige und heutige Schmerz, ich freue mich ohne Reue über das Gestern, ich freue mich auf das Morgen. Der neue Tag wird schön werden und ich habe eine weitere Chance zu finden was ich suche.

Für Han.


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